Literatur Strahlen 2.0

Literaturfestival im Gletscherblick / 26. – 28. August 2022

«Strahlen» nennt man die Tätigkeit des Kristallsuchens. Seit Jahrhunderten suchen die Strahler in den Alpen nach Kristallklüften um deren Inhalte zu bergen. Wir suchen nach Literatur, die strahlt und funkelt und kreieren zusammen mit dem Kommode Verlag ein Wochenende vom 26. bis 28. August, um gemeinsam diese neu entdeckten Schätze zu geniessen. Im August 2021 haben wir erfolgreich der erste Pilot-Event auf 1140 m.ü.M durchgeführt und freuen uns euch dieses Jahr das Programm von Literatur Strahlen 2.0 vorzustellen.

Freitag, 26. August 2022

ab 16:00 Uhr Individuelle Ankunft im Hotel Gletscherblick

ab 18:00 Uhr Individuelles Abendessen 20:30 Uhr

LESUNG: Gesprächsthema: Migrations-Romane

Yusuf Yesilöz «Nelkenblatt» aus dem Limmatverlag www.limmatverlag.ch/programm/titel/895-nelkenblatt.html

Demian Cornu «Transite kleiner Welten» aus dem Kommode Verlag www.kommode-verlag.ch

Samstag, 27. August 2022

08:00 – 10:00 Uhr Frühstück Vormittag Gespräch mit Marianne Künzle «Da hinauf» aus dem Nagel Kimche Verlag www.nagel-kimche.ch/buecher/kuenzle-marianne-da-hinauf

Mittag Ausstellung Grafiken von Hannes Binder Gespräch mit Hannes Binder aus dem Nord Süd Verlag www.nord-sued.com/programm/sherlock-holmes/ Nachmittag Wanderung – Reichenbachfälle «Sherlock-Holmes – Das letzte Problem» aus dem Nord Süd Verlag

18:00 – 20:00 Uhr Individuelles Abendessen

20:30 Uhr LESUNG: Christine Rinderknecht „Sieben Jahre mit dem Japaner“ aus dem Brot Suppe Verlag www.diebrotsuppe.ch/publikationen/alle-titel/sieben-jahre-mit-dem-japaner

Thomas Pfenninger «Gleich, später, morgen» aus dem Kommode Verlag www.kommode-verlag.ch/shop/gleich-spaeter-morgen/

Sonntag, 28. August 2022

8:00 – 10:00 Uhr Frühstück 10:30 Uhr Check Out und individuelle Abreise Fakultativ: 11:00 Der Dorfweg – ein architektonischer Spaziergang durch den Hasliberg

Als Blickwechsel-Package:

  • Alle LESUNGEN UND WORKSHOPS mit unseren schweizer Autor*innen.
  • 2 Nächte im Standard Doppelzimmer mit eigenem Bad
  • Frühstück inklusiv

Preis im Doppelzimmer mit eigenem Bad 250.- CHF pro Person (exkl. Kurtaxen) Preis im Doppelzimmer mit eigenem Bad zur Einzelnutzung 310.- CHF (exkl. Kurtaxen) . *Unser Festival wird unterstützt durch den BEKB Förderfonds

Unsere Autoren 2022

Yusuf Yesilöz «Nelkenblatt»

Die alte Elsa braucht nach einer Herzoperation eine Rundumbetreuung, ins Pflegeheim wollte sie nicht. Jetzt steht da in ihrer Küche Pina, eine junge Migrantin, Flüchtling aus politischen Gründen, die ihr Studium unterbrochen hat. Sie soll im Haus wohnen und Elsa helfen vom Aufwachen bis zum Einschlafen.

Oder mehr als helfen: Elsas Tochter Luzia weiss genau, was für ihre Mutter gut ist, sie müsse unbedingt mehr essen und jeden Tag an die frische Luft. Sicherheitshalber schickt sie Rezepte per SMS.

Aber Elsa mag sich nichts vormachen, sie spürt ihre innere Uhr genau. Viel lieber will sie Pina kennenlernen, woher sie kommt, warum sie im Exil ist, wie ihre Mutter gestorben ist, ob sie liebt oder geliebt hat. Und so entsteht eine feine Verbindung zwischen den beiden Frauen, der jungen Pina, die eine Krise des Exils durchlebt, und Elsa, die ihrem letzten Aufbruch entgegensieht. / ©Yusuf Yesilöz

Demian Cornu «Transite kleiner Welten»

Demian Cornu schreibt in seinem Debüt über die Flucht vor Krieg, Zwangsheirat, schmerzhaften Erinnerungen und dem Druck der Selbstverwirklichung, aber vor allem
vom Aufbruch, von der Hoffnung, irgendwann an dem Ort anzukommen, an den man sich vielleicht schon immer erinnert hat, ohne ihn jemals gesehen zu haben.

Ob in einer Sozialwohnung in Bern, auf einem Schlauchboot im Mittelmeer oder in einem Slum der Kairoer Friedhofstadt – die sieben Protagonisten wollen ihre kleinen Welten auf ihre eigene Art in Ordnung bringen. Die unterschiedlichen und dennoch miteinander verbundenen Lebensgeschichten vermitteln dem Lesenden, dass es immer um Liebe geht und darum, für die Menschen da zu sein, die einem etwas bedeuten.

Demian Cornu arbeitete neun Jahre im Asylverfahren. Die in Befragungen, Gesprächen in
Flüchtlingslagern sowie auf zahlreichen beruflichen und privaten Reisen gewonnenen
Erkenntnisse trugen maßgeblich zu einer authentischen Darstellung der im Roman behandelten politischen und kulturellen Themen bei. / ©Demian Cornu

Marianne Künzle «Da hinauf»

Eine Bergtour. Ein schmelzender Gletscher. Tauender Permafrost.
»Da hinauf« ist die dramatische Geschichte zweier Frauen, deren Wege sich kreuzen, die sich aber nie kennenlernen.
Auf einer Bergtour entdeckt Annina, eine junge Journalistin, eine Leiche, die der Gletscher freigegeben hat. Der Kleidung nach muss die Tote Jahrzehnte im Eis eingeschlossen gewesen sein. Die tote Frau ist Irma, die in den Fünfziger Jahren hier gewandert ist.

Irma und Annina begehen zeitlich verschoben denselben Weg. Ihre Wahrnehmung ist aber eine gänzlich andere, ihr Zugang zu sich selbst und der Landschaft unterschiedlich. Annina sucht ihren Platz in der Gesellschaft und muss sich selbst erst kennenlernen, Irma handelt intuitiv, sie lebt und verteidigt ihre Ideale.

Die Gestalt des Gletschers hat sich von Irma zu Annina drastisch gewandelt – in den Fünfzigerjahren ist der Gletscher ein weißer Koloss, im Heute hören wir ihn tropfen, bröckeln. Nur einzelne Anhaltspunkte wie die Bergkulisse, eine Weggabelung oder ein markanter Felsblock in der Landschaft, auf die die beiden Frauen treffen, sind unverändert. Eine mal stille, mal akustisch präsente Natur umgibt die beiden Frauen.

1973 in Bern geboren. Kindsein an der Peripherie Schönbühls zwischen modernen Wohnblöcken und Waldrand, Intensivlandwirtschaft und letzten Froschhabitaten. Jugendzeit in Jegenstorf. Prägende Lagerfeuer und rauschende Bergbäche, hochtrabende Träumereien. Es folgen: Mittelschule, Ausbildung zur Buchhändlerin in Bern, Aufenthalte in Irland. Selbständigkeit und Anstellung im Buchhandel.

2002 vom ehrenamtlichen politischen Engagement Wechsel in den professionellen Umweltschutz. Kampagnenkoordination bei Greenpeace für eine gentechfreie, ökologische Landwirtschaft.

Internationale Projektarbeit, Auszeit in Australien. Weiterbildungen und Praktika im Landbau, lehrreiche Gartenjahre und Begegnungen mit Huhn, Ziege, Schafen.

Berufsbegleitende Ausbildung in literarischem Schreiben. Teilzeitanstellungen bei der Schweizerischen Flüchtlingshilfe, seit 2021 bei der Wyss Academy for Nature. Schreiben. Gartenarbeit. Rebbau.

Wohnen und Leben im Wallis.

©Urs Hürzeler

Hannes Binder «Sherlock-Holmes –Das letzte Problem»

Deerstalker-Mütze tief im Gesicht, qualmende Pfeife, aufgestellter Mantelkragen – so kennen wir Sherlock Holmes, den berühmtesten Detektiv aller Zeiten. Normalerweise ermittelt er von der Londoner Baker Street aus. Doch Holmes’ spektakulärster Fall führt ihn in einer temporeichen Verfolgungsjagd von der Metropole London quer über den Kontinent in die malerische Schweiz. Am tosenden Reichenbachfall kommt es zum Showdown zwischen Holmes und seinem Erzfeind Professor Moriarty. Wer wird triumphieren in diesem Kampf zwischen Gut und Böse?

Schwarz-weiße Strichzeichnungen auf Schabkarton sind Hannes Binders Markenzeichen. Der Zürcher Illustrator hat für diesen epischen Stoff dramatische Bilder der Schweizer Landschaft geschaffen, deren Sogwirkung man sich kaum entziehen kann. Eine spannungsreiche Graphic Novel für Einsteiger.

Hannes Binder wurde in Zürich geboren. Er studierte an der Kunstgewerbeschule Zürich und arbeitete später als Grafiker und Illustrator zeitweise in Mailand und Hamburg. Mehr als 50 Werke für Erwachsene und Kinder hat er mit seiner charakteristischen Schabkarton-Technik in Szene gesetzt. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Preise, u. a. den Schweizer Kinder- und Jugendmedienpreis. Hannes Binder lebt in Zürich und im Tessin. / ©Hannes Binder

Christine Rinderknecht „Sieben Jahre mit dem Japaner“

Was wissen wir über uns selbst, über einander, über die stimmlosen Dinge, die uns begleiten? Was kann über einen Menschen nach langer Zeit herausgefunden, gesagt, gezeigt werden, was bleibt für immer im Dunkeln? Am Anfang steht ein goldenes Kästchen, ein sogenanntes Takamakie-Lackkästchen. In den frühen Tagen des 20. Jahrhunderts in einem kleinen Geschäft in Kyoto erworben, wird es zusammen mit diversen Bücherkisten, gesammelten Kunstgegenständen und der Garderobe seines Besitzers eingeschifft und gelangt auf dem Seeweg nach Antwerpen, von dort weiter in ein kleines Dorf im Schweizer Fricktal, wo es auf einem staubigen Dachboden landet. Einige Jahrzehnte später steht es auf der Frisierkommode einer jung verheirateten Frau, wo es die Neugier eines kleinen Mädchens weckt. Das Mädchen wird zur Frau, die Frau macht sich, wieder Jahrzehnte später, daran, seine Geschichte zu erzählen. Wieder reist sie durch die Jahrhunderte, nur diesmal in umgekehrter Richtung, reist nach Paris, Rouen, Moskau und kommt schliesslich in Kyoto an. Sie sucht die Straßen, durch die ihr Großonkel Wilhelm, der Besitzer des Kästchens, noch mit der Rikscha fuhr. Sucht seine verhallenen Schritte, seine vermuteten Gedanken, erschließt seine Beweggründe. Was sie findet, bleibt bruchstückhaft, wird fassbar und entzieht sich wieder. Doch jedes einzelne Dokument und jede zufällige Begegnung sind prall gefüllt mit Leben.

Geboren 1954 in Nussbaumen AG.Nach dem Studium der Germanistik, Romanistik, Literaturkritik in Zürich, Paris und Berlin stürzte sie sich in die Theaterwelt und machte eine erste Regieassistenz. Sie ist Co-Leiterin von Theater Gubcompany, einer freien Theatergruppe in Zürich, und schreibt Texte fürs Theater, Romane, Erzählungen, Kurzgeschichten. Nach einem Erzählband bei Zytglogge 1994 erschienen zwei Romane, 2002 »Ein Löffel in der Luft« bei Pendo und 2005 »Lilli«,ebenfalls bei Pendo. Ihr Theaterstück »Livia_13« wurde ins Russische übersetzt.Für ihr Werk erhielt sie verschiedene Auszeichnungen. / ©Heinz Gubler

Thomas Pfenninger «Gleich, später, morgen»

Täglich fährt der Briefträger seine Route durch ein Zürcher Quartier. Ein Quartier mit einer Wohnsiedlung wie man sie an vielen Orten auf dieser Welt findet. Diese Tour fährt er bei Sonnenschein, Schnee oder Regen. Er versucht tagein, tagaus ein guter Briefträger zu sein. Und ein guter Mensch, der sich um seine Mitmenschen sorgt. In seiner Funktion als Überbringer guter und schlechter Nachrichten wird er zum Geheimnishüter, dessen Mitgefühl dazu führt, dass er den Menschen in der Siedlung helfen möchte. Dabei will er zuerst eigentlich nur Lauriane näherkommen. Er sieht sie täglich auf seiner Zustelltour, aber leider nie ausserhalb ihres Fensterrahmens.

Je mehr der Briefträger Anteil an den Sorgen der Menschen aus dem Quartier nimmt, desto mehr werden sie zu seinen eigenen. So verstrickt er sich immer tiefer in die Geschichten der einzelnen Bewohner*innen, und als er merkt, dass ihm alles über den Kopf wächst, ist es schon zu spät, als dass es einen einfachen Ausweg für ihn gäbe.

Thomas Pfenninger (*1984) wuchs in Zürich auf und lebt heute in Bern. Neben seiner Tätigkeit als freischaffender Autor und Texter arbeitete er neben anderem als Mediensprecher oder Kommunikationsbeauftragter für verschiedene Unternehmen in Zürich, Berlin und Bern. 2017 veröffentlichte er im Eigenverlag den Gedichtband »Fragmente«. Inhaltlich befasst sich Pfenninger in »Fragmente« mit Fragen der Relation von Wahrheit und Wahrnehmung. 2018 beendete er die Arbeiten am Roman »Die Löffel-Monologe«, welcher noch nicht veröffentlicht wurde. Der Roman »Gleich, später, morgen« ist sein Debüt.

Unsere Autoren 2021 waren…

Seraina Kobler

Seraina Kobler ist Journalistin und Autorin. Nach dem Studium arbeitete sie als Redakteurin bei verschiedenen Tages- und Wochenzeitungen. Im Inland-Ressort der «Neuen Zürcher Zeitung» war sie für gesellschaftliche Fragen zuständig, bevor sie sich mit einem eigenen Schreibatelier in der Zürcher Altstadt selbstständig gemacht hat. Sie ist Mutter von vier Kindern. Regenschatten ist ihr erster Roman. Ihr literarisches Schaffen wurde von verschiedenen Stiftungen, sowie dem Bundesamt für Kultur unterstützt.

„Regenschatten“

Anna und David wollen zusammen leben. Doch dann merkt Anna, dass sie schwanger ist und das Kind nicht von ihm sein kann. Als David plötzlich verschwindet, ist die junge Frau auf sich allein gestellt, in einer Welt, die aus den Fugen geraten ist. Während draussen brennende Vögel vom Himmel fallen und Staubstürme durchs Land wirbeln, muss sie sich entscheiden, ob ihr Kind leben oder sterben soll.

Seraina Kobler schafft in ihrem Debütroman die Atmosphäre einer nahen Dystopie: Anna versteckt sich in einem evakuierten Wohnhaus in einer Sperrzone am Zürichberg. Gleich nebenan befindet sich der Wald, der nach der schweren Dürre von einer Feuersbrunst heimgesucht wurde und unterirdisch noch immer glüht. Der Winter naht, die Zugvögel sind ausgeblieben, von der Adria bis an die Nordsee hat es wieder zu blühen begonnen. Nach und nach erfährt man, was in den letzten acht Monaten geschehen ist, wie die alles beschleunigende Hitze parallel zu Annas persönlichem Drama, mitten hinein in eine Katastrophe geführt hatte.

Claudio Landolt

Claudio Landolt, geboren 1984, lebt als Autor und Komponist in Glarus. Er studierte Kulturpublizistik und Elektroakustische Komposition an der Zürcher Hochschule der Künste. Neben seiner journalistischen Tätigkeit als Musikredaktor bei Radio SRF und freier Autor steht er als Musiker auf Schweizer Bühnen und veröffentlicht auf seinem eigenen Vinyl-Label.

„Nicht die Fülle nicht Idylle nicht der Berg“

Wie klingt ein Berg? Formal überaus vielfältig – vom Bergruf über visuelle Poesie bis hin zu Gesprächsprotokollen und Prosaminiaturen – porträtiert der Glarner Autor und Komponist Claudio Landolt den Vorderglärnisch. Die Texte sind geprägt von der Suche nach den klanglichen Qualitäten der Sprache und inspiriert von Cut-Up-Techniken der Beatniks und Textcollagen der Surrealisten und Dadaisten. Landolt lässt die Leser*innen teilhaben an seiner Erkundung des mächtigen Bergmassivs, dessen verborgenen Winkeln, Schichten und Geschichten.

Heddi Nieuwsma

Die US-Amerikanerin Heddi Nieuwsma lebt seit 2012 in der Westschweiz. Seit sie hier lebt, hat sie eine Leidenschaft für Schweizer Essen entwickelt. Auf ihrem Blog, Cuisine Helvetica, teilt sie selbst entwickelte Rezepte, Geschichten, und Reiseerlebnisse. Die Autodidaktin mag am liebsten Rezepte mit hochwertigen Zutaten. Sie arbeitet unermüdlich daran, die Schweizer Küche international für mehr als nur Schokolade und Käse bekannt zu machen.

Brot Huusgmacht – Workshop

Die Schweiz kennt über 200 verschiedene Arten von Brot. Viele davon haben eine einzigartige Verbindung zur Geschichte, Kultur und Geografie dieses Landes. Von Fondue einmal abgesehen ist der Sonntagszopf vielleicht das bekannteste Nationalgericht. Brot ist seit sehr langer Zeit ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens in der Schweiz. Die Mehrheit der Schweizer Brote ist stark mit den Kantonen verwurzelt. Viele Brote haben ihren Ursprung auch in Festen und Traditionen, wie zum Beispiel der Dreikönigskuchen. Ausserdem findet sich Brot in vielen Schweizer Gerichten.

Ruth Michel Richter und Konrad Richter

Ruth Michel Richter: Geboren 1950 in Baden, Schweiz. 1971 bis 1976 Studium der Anglistik und Geschichte in Zürich und Aberdeen, GB. Einige Jahre Praxis als Kantonsschullehrerin (Baden), ab 1982 Redaktorin bei diversen Publikationen. Ab 1989 freie Journalistin, Texterin und Buchautorin mit den Schwerpunkten Tourismus Schweiz, Familie und Reportagen mit kulturhistorischem Hintergrund. In Zusammenarbeit mit Ehemann Konrad Richter entsteht eine ganze Reihe von Reise-, Ausflugs- und Wanderführern.Von 2001 bis 2016 Unterrichtende an der Bezirksschule Bad Zurzach, daneben weiterhin publizistisch tätig, Seit Juli 2016 wieder ausschliesslich als freiberufliche Journalistin unterwegs.

Konrad Richter: Geboren 1953 im Norden Deutschlands, 1975 zum Studium der Germanistik, Publizistik und Betriebswirtschaftslehre in die Schweiz (Zürich) gereist und geblieben bis zur Rückkehr 1985 über die Grenze nach Hohentengen (D). Die Liebe zum Bild – vorerst zum gemalten – rückte schon während der Studienzeit in den Mittelpunkt: Arbeit als Lektor in renommierten Bilder- und Kinderbuchverlagen in der Schweiz (Nord-Süd Verlag, Atlantis Bilderbuchverlag). Nach dem gewagten Sprung in die Selbstständigkeit und durch die Partnerschaft (privat und beruflich) mit der Journalistin Ruth Michel verschob sich der Schwerpunkt vom Bilderbuch zum Reisebuch, vom gemalten Bild zur Fotografie. Es entstanden zahlreiche Bücher, Reise- und Fotoreportagen. Ausserdem Spezialisierung auf Architekturfotografie in Zusammenarbeit mit einem Architekten.

„Wandern wie gemalt – Berner Oberland“

Das wildromantische Rosenlauital, die leuchtende Landschaft des Thunersees, das glitzernde Weiß der Giessbachfälle oder die berühmte Ansicht von Eiger, Mönch und Jungfrau – die Landschaft des Berner Oberlands ist so vielfältig und atemberaubend wie die Kunst, die von ihr inspiriert ist. 14 attraktive Wanderungen führen zu 22 Standorten für bekannte und weniger bekannte Gemälde, Skizzen, Stiche und Tourismusplakate. Das Buch lädt ein zu intensiven Begegnungen mit Ferdinand Hodler, Cuno Amiet, Paul Klee, Caspar Wolf, François Diday, Alexandre Calame, Barthélémy Menn oder Jean-Frédéric Schnyder. Entlang abwechslungsreicher Wanderrouten stellt Ruth Michel Richter die Künstler, ihre Beziehung zur Region und ihre Bedeutung in der Kunstentwicklung ihrer Zeit vor. Den Bildern stehen Konrad Richters aktuelle Fotografien gegenüber, was immer wieder zu faszinierenden und überraschenden Einsichten führt.

Andri Hinnen

Andri Hinnen (*1985) hat International Affairs, Strategie und Internationales Management an der Universität St. Gallen (HSG) studiert. Nach Stationen bei internationalen Werbeagenturen gründete er Zense, eine Agentur, die sich der Versinn(bild)lichung komplexer Inhalte verschrieben hat. Neben seiner Tätigkeit als Geschäftsführer von Zense ist Andri Hinnen Lehrbeauftragter an der Universität St. Gallen und Filmschaffender. Mit dem Kinodokumentarfilm »Unter Wasser atmen« gewann er 2011 den Publikumspreis des Zurich Film Festivals und war für den Prix de Soleure der Solothurner Filmtage nominiert. Zusammen mit seinem Bruder Gieri Hinnen hat er das Buch »Reframe it! 42 Werkzeuge und ein Modell, mit denen Sie Komplexität meistern« verfasst. »Rolf« ist sein erster Roman.

„Rolf“

Philipp führt ein beschauliches Leben. Seine Arbeit bei einer Versicherung ist pure Beschäftigungstherapie, die Freunde sind seit zwanzig Jahren die gleichen, und vor Kurzem ist er mit seiner Jugendliebe Amanda zurück in die Vorstadt gezogen. Doch nach einem ausschweifenden Musikfestival hört der arme Philipp plötzlich Stimmen. Auf eine Panikattacke folgt die nächste. Und war das wirklich ein Tausendfüßler, der da aus Amandas Ohr gekrochen ist?
Als Philipp der Wahrheit auf die Spur kommt, ist es bereits zu spät. Rolf, ein schleimiger und ziemlich frivoler Dämon, hat das Steuer an sich gerissen. Er ist von der langweiligen Landstraße auf die Autobahn des Chaos abgebogen und brettert jetzt jauchzend ins Verderben – mit einem zähneklappernden Philipp auf dem Beifahrersitz. Der weiß: Nur wenn er sich seinen Gefühlen stellt, hat er eine Chance, den langen Tentakeln seines Dämons zu entrinnen. Doch will er das überhaupt?
»Rolf« ist ein temporeicher Roman, der den Ängsten und Problemen all derer, denen das Erwachsenwerden nur bedingt zu gelingen scheint, ein glubschäugiges und breitmauliges Gesicht verleiht. Ein augenzwinkerndes Plädoyer gegen die Vernunft. Und eine Anleitung fürs Anfreunden mit unseren eigenen Dämonen.

Stephan Mathys

Stephan Mathys ist 1968 zur Welt gekommen und in Schöftland im aargauischen Suhrental aufgewachsen; er lebt und arbeitet als Autor, Kunsttherapeut und Lehrer seit 1995 in Bern.
Der Autor war drei Jahre lang ein Teil der Jury vom Hörspielpreis der Radiostiftung Basel. Er ist Mitglied vom Berufsverband Gestaltende Psychotherapie und Kunsttherapie GPK und vom Verband Autoren und Autorinnen der Schweiz AdS.
Er erhielt verschiedene Förder- und Werkbeiträge des Kantons Aargau, von Stadt und Kanton Bern sowie von der Burgergemeinde Bern; dazu die eine oder andere Auszeichnung. Er ist Mitbegründer der Produktionsgemeinschaft Spielraum7.
Stephan Mathys schreibt Hörspiele, Theaterstücke,
Kurzgeschichten, Songtexte, Gedichte.

„Unfroh“

Die hochtoupierte Mutter, der abwesende Vater, die vorbildliche Schwester, das Schweigen während des Essens, das vom Mund abgesparte Einfamilienhaus mit Garten, der frisch gestrichene Zaun und immer die Gewissheit, in der besten aller Welten zu leben – Dominik Schaller erzählt als bald Fünfzigjähriger von seinem Leben im gutbürgerlichen schweizerischen Mittelland.
In der behüteten Kindheit Niks Mitte der Siebzigerjahre zeigen sich bald Risse, das Staunen über Gegenentwürfe, Möglichkeiten zum Aufbruch. Als die Mutter früh an Krebs stirbt, verschliesst sich der Junge in seiner Trauer. Und er nimmt sich vor, sein Leben ganz anders zu verbringen als seine Eltern. Er stolpert durch seine Biografie und landet im Üblichen: eine Kaufmännische Lehre, begrabene Träume, unglückliche Liebschaften, Heirat, zwei Kinder, mittelprächtige Karriere, Affäre, Scheidung, Zweitfamilie. Als seine neue Ehefrau bei einem Unfall stirbt, kracht das fragile Konstrukt seines Lebens vollends in sich zusammen.
Der Roman erzählt die Geschichte der Orientierungslosigkeit eines gewöhnlichen Mannes auf dem Hintergrund der sich wandelnden Wirklichkeiten von den Siebzigerjahren bis heute.